Jeantex Tour Transalp

- Ein Erlebnis -
von Udo Jakobs

Schon bei der Ankunft in Oberammergau, spürte man die innere Unruhe unter den Teilnehmern. Als erstes mußten wir zur Akretierung, bekamen unsere Unterlagen, Gepäcktaschen und unsere Tourausweise. Jetzt gehörten wir dazu, man kam sich vor wie ein Tour de France Teilnehmer. Danach gings ins Hotel unsere Sachen in die Transalptasche umpacken, aus der wir die nächsten 8 Tage leben mußten. Abends gings zur Pastaparty mit 1100 Gleichgesinnten. Danach gabs das abendliche Briefing über die Regeln und die 1. Etappe.
Sonntags gabs einen Fototermin mit unserem Sponsor JEANTEX. Anschließend mußten wir auch schon in unseren Startblock am Ende des Feldes. Ich hatte einen Puls von 120 schon vor dem Start. Als endlich der Starschuß fiel dauerte es fast eine viertel Stunde bis wir über die Startline rollten. Es war schon ein tolles Gefühl vor über 1000 Zuschaern aus Oberammergau los zu fahren. In Imst angekommen gings zuerst in die Verpflegungszone, danach zur Info und dann ins Hotel zum duschen und dann ab zur Pastaparty und Siegerehrung, die immer sehr stimmungsvoll war. Das war unser Tagesablauf für die nächsten 7 Tage !
Auf der 2 Etappe gings zum erstenmal über 2000m. Ein unvergessliches Erlebnis auf dieser Etappe war die Abfahrt von der Biehlerhöhe durch einen 5km langen Tunnel mit ca. 50 km/h.
Du fährst in den Tunnel ein mit einem mullmigen Gefühl und dann wirst du immer schneller und denkst es zieht dich jemand an einem Band durch den Tunnel , ein Gefühl wie fliegen, einfach irre !
Die 3 Etappe sollte eine Erholungsetappe werden, jedoch bei km 36 gingen uns die Augen auf. 4km mit 20% und dann gings mit "nur" noch 15% Steigung 3km zur Pillerhöhe. Aber auch diese Anstiege meisterten wir ohne "abzusteigen".
In Scuol im Engadin(Schweiz) war der Empfang auch wieder sehr herzlich. Zur Pastaparty gings hier mit der Seilbahn von 1200m auf 2100m, ein wahnsinns Panorama, daß wir beide sehr genossen haben. Diese Eindrücke werden wohl unvergesslich bleiben.
Dann kam die Regenetappe nach Pontresina. Im Anstieg zum Flüelapass fing es dann so richtig an zu regnen und zu stürmen, als Höhepunkt gabs dann noch ein Gewitter. Diese Etappe ging so richtig an Heikos Substanz und so war meine erste Aufgabe im Ziel etwas essbares zu beschaffen, denn die Speicher mußten für den nächsten Tag, es ging auf Stilfserjoch, wieder aufgefüllt werden.
Trotz unseres Einbruchs konnten wir uns im Klassement verbessern. Das hat uns dann doch wieder etwas Mut für die nächsten Tage gegeben.
Nun gings über den Ofenpass zum Einstieg Stilfserjoch, dem Highlight dieser Tour. Den Anstieg über 25 km mit durchschnittlich 8% meisterten wir in 2:45 Stunden. Ohne abzusteigen kamen wir auf der Passhöhe an und hatten auf 2768m Höhe einen unvergesslichen Ausblick, der für die Strapazen des Anstiegs ein wenig entschädigte. Es war einfach ein Wahnsinnsgefühl einen solchen Anstieg gemeistert zu haben.
Am vorletzten Tag gings vom Start weg 25 km hoch zum Gaviapass. Auf 2600m Höhe, wo es ca. 3 Grad waren mussten wir vor der Abfahrt alles anziehen was wir an Klamotten dabei hatten.
Die Abfahrt war sehr schwierig und nass. Es ging auf schmalen Straßen , mit vielen Schlaglöchern, durch viele unbeleuchtete Tunnel zum Ziel nach Madonna di Campiglio.
Auf der Schlußetappe nach Riva del Garda gings bei herrlichem Sonnenschein vom Start weg über 3 Pässe ( "hätte nicht mehr sein müssen") zur Schlußabfahrt, die man so richtig geniessen konnte. Im Ziel am Gardasee, erwarteten uns über tausend Menschen.

In diesem Moment fielen alle Strapazen von uns ab und wir hatten nur noch einen Gedanken !

"Wir haben es geschafft !!!! "
" Wahnsinn Wir haben es geschafft !!! "

Ein Geiles Gefühl.

Udo und Heiko

 

Und hier noch ein paar Schnappschüsse !!