2. Erdgas-Power-Triathlon
Illinger Regen - Power
Der Himmel weinte, doch Chef-Organisator Hans-Jürgen Biehler vom Schwimmclub
Illingen hatte allen Grund zur Freude: Trotz widrigster äußerer Umstände
wie Dauerregen und für den Sommer eher schlappen 16 Grad Lufttemperatur
strömten über 200 Triathlonbegeisterte ins beheizte (!!!) Uchtelfangener
Freibad, um ab 8.30 Uhr in acht verschiedenen Startgruppen der letzten diesjährigen
Triathlonveranstaltung imSaarland ihr ganz besonderes Flair zu verleihen: Dunkle
Wolken, prasselnder Regen, verbissen mit sich und vor allem mit der Strecke
kämpfende Athleten, angetrieben von den ermutigenden Anfeuerungsrufen der
um die Wechselzone postierten
Zuschauer. Der schwerste Brocken kam auf die Triathlon-Cracks schon gleich nach
dem ersten Wechsel auf der Radstrecke unmittelbar hinter der Wechselzone zu:
ein etwa 300 Meter langer Hügel mit einer Steigung von schätzungsweise
10%. "Wenn du da oben bist, knallt das Laktat dir so die Beine zu, dass
du alles um dich herum vergisst. Trotzdem fährst du weiter, und das ist
gut so, denn schon bald hast du dich einigermaßen erholt und findest deinen
Tritt.", wie ein stolzer Illinger Finisher berichtet. Doch nicht nur bergauf
hat es der Triathlon-Parcours rund um das Freibad in Uchtelfangen in sich, nein,
auch bergab - was sich vor allem auf der 5km langen Laufstrecke äußerst
negativ in der bereits von 330m Schwimmen und 20km Rad fahren äußerst
strapazierten Oberschenkelmuskulatur bemerkbar macht: "Die Bergabpassagen
haben's schon gewaltig in sich", resümiert eine Teilnehmerin, "doch
darin liegt auch ein besonderer Reiz, vor allem dann, wenn ich mir im Ziel sagen
kann: Das hast du jetzt geschafft. Außerdem gehören zu einem solchen
Wettkampf technisch anspruchsvolle und Kräfte zehrende Passagen ganz einfach
dazu!"
Ähnliche äußert sich auch Hans-Jürgen Biehler: "Wir
wollen unseren Teilnehmern selbstverständlich etwas bieten, und eine interessante
Streckenführung erweist sich in dieser Hinsicht immer als wertvoll."
Jedenfalls meisterten alle Einzel- und Staffel-Teilnehmer ohne größere
Probleme die Illinger Power - Strecke. Ganz besonders gut gelang dies Frank
Wagner (24, SG DJK St. Ingbert), der in 53:54 Minuten knapp 30 Sekunden vor
TM30-Sieger Stephan Jost (Tritronic St. Wendel) ins Ziel kam. Der St. Ingberter
konnte zudem das beste Laufergebnis für sich verbuchen (5km in 17:52 Minuten).
Auf dem Rad hingegen war Frank Lauer (32, Triathlon Jägersburg) in 29:43
Minuten der Schnellste, dicht gefolgt von Stephan Jost mit nur sechs Sekunden
Rückstand. Die schnellste Schwimmzeit erzielte jedoch kein Vertreter des
vermeintlich stärkeren Geschlechts, sondern die 21-jährige Leipzigerin
Barbara Kösser, die für 330m Schwimmen nur 5:21 Minuten benötigte
und damit nicht nur klar die Frauenwertung gewann, sondern zudem in der Gesamtwertung
einen bemerkenswerten fünften Platz erreichte. Die Staffelwertung konnten
die Lokalmatadoren des MSC Uchtelfangen in 1:03,17 Stunden für sich entscheiden.
Bleibt noch zu bemerken, dass
Illingen der in diesem Jahr im Saarland am stärksten besuchte Triathlonevent
war - aber warum ? Darüber nachzudenken lohnt sich gewiss - nicht nur für
die veranstaltenden Vereine innerhalb der STU, sondern auch für all diejenigen,
die sich mit dem lobenswerten Gedanken tragen, 2001 eine Triathlon-, Duathlon-
oder
Aquathlonveranstaltung im Saarland auszurichten. Nur Mut und bis spätestens
zum Veranstaltertreffen am 20. Oktober !!!
Michael Loth